Demografieprozess: Arbeitskreis setzt neuen Schwerpunkt

Mit einem für die Zielgruppe gestalteten Plakat weisen Holger Bothur und Susanne Espenhahn auf den Workshop zur Jugend-Strategie hin. Foto: di
Mit einem für die Zielgruppe gestalteten Plakat weisen Holger Bothur und Susanne Espenhahn auf den Workshop zur Jugend-Strategie hin. Foto: di

Senden buhlt um Gunst der Jugend

Möglichst viele junge Menschen sollen in Zukunft in Senden ihre Heimat finden. Was dafür getan werden muss, möchte die Gemeinde im Dialog mit der jungen Generation und Vereinsvertretern aus dem Jugendbereich erfahren, um dann eine zielgenaue Strategie zu entwickeln.
Von Dietrich Harhues

Es geht um nichts Geringeres als den Businessplan für die Gemeinde Senden. Aber nicht was das kommunale Budget angeht, sondern wie sich Senden auf einem schwierigen Markt behauptet – beim Buhlen um die Gunst der jüngeren Generation. Der Arbeitskreis „Demografische Entwicklung“ hat für das laufende Jahr dezidiert einen Schwerpunkt gesetzt, der da lautet: Strategien zur stärkeren Einbindung jüngerer Menschen zu erarbeiten und mit diesen umzusetzen. Kurz, der Arbeitskreis will eine Strategie Jugend 2018 entwerfen und in die Tat umsetzen.

Dabei soll nicht nur über die Zielgruppe gesprochen werden, sondern auch mit dieser. Dass es nicht unmöglich ist, die jüngere Generation für ein Engagement für ihre Gemeinde zu begeistern, habe bereits ein Workshop mit Jugendlichen im Jahr 2015 offenbart, resümiert Susanne Espenhahn, die die Themen Demografie und ehrenamtliches Engagement bei der Gemeinde koordiniert. Entsprechend zuversichtlich blickt sie darauf, dass die Strategie-Findung funktioniert.

Inhaltlich dreht sich das Vorhaben darum, Senden so attraktiv zu machen, dass junge Leute im Anschluss an Schule und Ausbildung ihren beruflichen Lebensmittelpunkt in Senden einrichten. Dazu wird auf Anziehungskraft gehofft: Eine Gemeinde, die jung ist und sich jung darstellt, zieht auch junge Familien an, die nicht schon vorher einen Koffer in der Stevergemeinde hatten.

Zu einem Senden mit Strahlkraft in die Region gehört die Infrastruktur – „da sind wir schon ziemlich gut aufgestellt“, unterstreicht Espenhahn, hinzu kommen müsse ein Angebot, das Jugendliche und jüngere Erwachsene goutieren: von Treffpunkten, Gastronomie bis zum Kulturprogramm, das nicht nur die Best-Ager und Graumelierten ins Visier nimmt.

Da sich die Zahl der älteren und alten Bürger in Senden bis 2030 deutlich ausweitet, soll die junge Generation einen Widerpart bilden – die Gemeinde in der Balance halten. Zugleich gilt es, wirtschaftliche Aspekte im Blick zu behalten. Denn: Der Fachkräftemangel hat die Betriebe längst erreicht; der Kampf um Köpfe wird sich noch verschärfen, erwarten Experten.

Wie kann ein Konzept mit Leben erfüllt werden, wie können die 14- bis 27-Jährigen erreicht und motiviert werden? Dies ist Thema des ersten Schritts bei der Strategie-Findung, der am 21. April (Samstag) von 10 bis 16 Uhr im Rathaus auf dem Programm steht. Unter der Moderation von Dr. Winfried Kösters sollen sich Multiplikatoren austauschen – Menschen, die ehrenamtlich oder als Profis mit der Altersgruppe in Vereinen, Einrichtungen oder Projekten zusammenarbeiten.

Anmeldungen für den kostenlosen Workshop sind bis zum 13. April im Rathaus oder unter  0 25 97 / 69 90 möglich. Im zweiten Schritt geht es um die 14- bis 27-Jährigen selbst, die mit einer eventhaften Veranstaltung erreicht und gewonnen werden sollen. Das Plakat, das auf den Zukunfts-Workshop mit der jungen Generation hinweist, liegt bereits vor. Die Präsentation der Jugend-Strategie ist für den 1. Dezember geplant. Auf dem „Zukunfts-Forum“ sollen auch andere Altersgruppe informiert und begeistert werden, steckt Susanne Espenhahn den mit der Politik abgestimmten Ablauf ab.

WN, 02.04.2018